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Windows bootet zu langsam - auf Windows verzichten

derStandard.at schreibt: “Windows 7 bootet Ihnen zu langsam: “Verzichten Sie auf Windows” Bloomberg-Kolumnist [Rich Jaroslovsky] schlägt Wechsel auf Mac oder Linux vor - SSD nur teure Alternative”.

Klingt ja erstmal gut, da wird zu Linux geraten. Aber was schreibt er genau?

1. “Standby-Modi empfiehlt er aus Energiespargründen nicht”. Klar, der Ruhezustand (Sleep, Suspend to RAM) braucht ein bisschen Strom. Aber nicht sehr viel. Und der Tiefschlaf (Hibernate, Suspend to Disk) braucht überhaupt keinen. Auch Linuxnutzer suspenden gern auf die eine oder andere Weise. Somit kein sinnvolles Argument.

2. Man kann überhaupt nicht pauschal sagen, dass Linux schneller bootet als Windows. Ein frisch installiertes Windows bootet typischerweise in unter einer Minute … okay, mit Virenscanner, Firewall und - nach einem halben Jahr oder so - zahlreichen Programmen, die sich in den Autostart geschlichen haben, wird es etwas langsamer. Aber auch ein normales Linux ist nach einem Reboot keineswegs superschnell da. Wenn einem der schnelle Reboot wichtig ist, kann man es so umkonfigurieren, dass es in ca. 20 Sekunden bootet - aber nicht, wenn “man” ein Linuxfrischling ist. (Auch Bootzeiten von 5 Sekunden sind möglich, mit einem angepassten Linux und SSD, aber dafür musste sogar der Kernel umgebaut werden.)

3. Das ein sehr schneller Systemstart kein typisches Feature normaler Linuxdistributionen ist, scheint auch dem Kolumnisten klar zu sein, er wird zitiert mit “Sein erster Ratschlag lautet, ein Instant-on-Betriebssystem zu verwenden. Immer mehr Laptophersteller verbauen in ihren Geräten Chipsätze, die den parallelen Betrieb von extrem vereinfachten Linux-Systemen erlaubt. … HyperSpace … integriert alle wesentlichen Web-Applikationen wie einen Browser, aber auch Media-Player und eignet sich daher für viele alltägliche Aufgaben. Das System ist separat von Windows installiert und fährt in nur 10 bis 15 Sekunden hoch.” Es geht also gar nicht um ein “richtiges” Linux im Sinne eines kompletten Betriebssystems. Ich schätze, das beantwortet auch meine Frage vom 7. Januar, wie das Lenovo U1 mal eben im laufenden Betrieb auf Linux wechselt - vermutlich auch nur auf so ein Mini-Linux. Hier heißt es übrigens noch “Der Nachteil daran ist, dass man Windows nicht im Hintergrund starten kann und man im Endeffekt zwischen zwei Systemen hin- und her-switchen muss.”

4. “Sein zweiter Tipp ist, gleich auf ein anderes Betriebssystem umzusteigen. Apples aktuelles Mac OS X 10.6 etwa würde deutlich rascher an den Start gehen - in der Regel 10 bis 15 Prozent als Windows 7.” Erstens: Aha, Linux ist also kein Betriebssystem, wie interessant. Zweitens: Um meine Bootzeit (genauer gesagt die meines PCs ;)) um 10% zu verkürzen, würde ich noch nicht mal den Aufwand betreiben, Google anzuschmeißen, um rauszufinden, welche config-Dateien ich ändern müsste. Auf gar keinen Fall würde ich aus diesem Grund in andere deutlich teurere Hardware investieren.

5. “2010 hält für Ungeduldige voraussichtlich ein noch rascheres Computersystem bereit. Googles Browser-basiertes Chrome OS soll überhaupt nur noch den Webbrowser starten und alle wichtigen Anwendungen wie Bürosoftware ins Web verlagern.” Ich mag Google sehr, als Suchmaschine, als E-Mail-Provider, als Firma. Ich teile die Google-Paranoia (größtenteils) nicht. Aber wer ein Betriebssystem von Google einsetzt, der kann sich auch gleich einen Überwachungschip installieren lassen. Irgendwo ist auch mal Schluss. Unabhängig vom Datenschutzproblem halte ich auch nichts davon, Programme - vielleicht mit Ausnahme von E-Mail - ins Web zu verlagern. Das ist doch sowas von 2005. Viel moderner ist KDEs Desktop-2.0-Ansatz, der das Web auf den Desktop und in die Programme holt. Ein (ungefähres) Zitat aus einem KDE-4-Vortrag: “Wir sind jetzt so weit, dass einige [im Browser laufenden] Webmailapplikationen endlich Drag&Drop unterstützen. Eine Funktion, die in auf dem PC laufenden Programmen seit Jahrzehnten als elementar gilt.”

6. “Der Einsatz von Solid State Discs [kann] auch die Windows-Startzeit deutlich verringern. Bei den derzeitigen Preisen für SSDs in brauchbaren Größen ab 256 Gigabyte ist dieser Ratschlag allerdings auch nur betuchten Usern zu empfehlen. 256 GB kosten zur Zeit zwischen 600 und 700 Euro.” Also wer so dämlich ist, seine gesamte Festplatte durch SSD zu ersetzen, hat es nicht anders verdient, als dafür tief in die Tasche zu greifen. Das Betriebssystem, das - selbst mitsamt der Desktop-üblichen Programmlandschaft - 256 GB einnimmt, ist noch nicht erfunden. Ein Linux kriegt man notfalls auf 4 GB, und auch für ein neueres Windows reichen sicherlich 20 oder 30 GB, die kriegt man inzwischen für um die 100 Euro. Auch Linuxnutzer setzen häufig SSD ein, was eben nochmals zeigt, dass ein nicht-abgespecktes Linux eben auch keinen Raketenstart hinlegt.

Also Herr Jaroslovsky: Danke, aber nein danke. Auf diese Art von Schützenhilfe können wir verzichten.

Monika.

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Autor: Monika
Datum: Samstag, 23. Januar 2010 23:37
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Ein Kommentar

  1. 1

    Naja also ich starte den Rechner früh und dann ist doch gut. Bei Notebooks sehe ich ja sowas noch ein aber beim Desktop? Ich weiß nicht….

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